Dragon Naturally Speaking 10
Holger | 17. November 2008Nachdem ich mittlerweile über zwei Jahre produktiv die Spracherkennungssoftware Dragon Naturally Speaking in der Version 9 einsetze, stand ich der neuen Version 10 zunächst skeptisch gegenüber. Meines Erachtens gab es kaum Verbesserungspunkte an denen Nuance hätte arbeiten können.
Die Versprechungen des Herstellers klangen vollmundig:
- 20% verbesserten Erkennungsgenauigkeit gegenüber der Vorgängerversion
- 50% verbesserten Reaktionszeit
- 160 Wörter pro Minute erkennen
- 99% Erkennungsraten
Insbesondere die gesteigerte Reaktionszeit meine Neugier und so habe ich mir die Version 10 bestellt und ausgiebig getestet.
Die neue Programmversion wirkt auf den ersten Blick eher unscheinbar, denn nur eine kleine Leiste erscheint auf dem Bildschirm. Das mitgelieferte Standard-Headset reicht für den Einstieg vollkommen aus. Bei längerem Gebrauch lohnt sich allerdings die Anschaffung eines besseren und bequemeren Kopfbügelmikrofons. Ich habe aus diesem Grund mein bisher genutztes USB-Headset Plantronics DSP-500 weiter genutzt.
Erkennung
Viele Wörter erkennt Dragon tatsächlich relativ schnell. Trotzdem empfiehlt es sich weiterhin, die Schreibstil-Erkennung durchlaufen zu lassen und die herausgefilterten Wörter danach separat zu trainieren. Im Rahmen des Installationsprozesses durchsucht Dragon hierbei laut Handbuch nur „Eigene Dateien“. Nach erfolgter Installation ist es dann auch möglich, bestimmte Verzeichnisse einlesen zu lassen, beispielsweise mit der Fachliteratur für eine Examensarbeit. Alternativ können Nutzer natürlich nach wie vor jedes Wort einzeln mit der Buchstabierfunktion
korrigieren.
Features
Dragon kann nun auch als Mausersatz genutzt werden um die Windows-Oberfläche damit zu bedienen. Leider funktiniert dies nicht bei jeder Anwendung. Im integrierten Befehlscenter lassen sich ganze Ketten von Abläufen definieren und dann über einen einzigen Befehl steuern, beispielsweise führt „Schreibe eine Mail an …“ dazu das das E-Mail-Programm gestartet, eine neue E-Mail erstellt und trägt die Namen der Adressaten in das “An”-Feld ein. oder „Schreibe einen Geschäftsbrief an…“ Diese Funktion lässt sich auch nutzen, um Textbausteine zu definieren oder etwa für Passwörter, die man nicht laut aussprechen möchte. Erweitert wurden auch die Sprachbefehle. Für die Durchführung eines Kommandos, zum Beispiel zur kursiven Formatierung eines Textes, musste bisher beispielsweise “mach das kursiv”, “schreib das kursiv” oder “Auswahl kursiv” gesagt werden. Heute reicht es, einfach nur “kursiv” zu sprechen. Mit der neuen Version wird es möglich, eine Internetseite direkt per Sprachbefehl aufzurufen, ohne erst separat den Browser starten zu müssen. Erweiterte Unterstützung gibt es nun auch für Firefox, Thunderbird und Instant-Messenger. Auch die Windows-Suchfunktionen auf dem PC lassen sich nun schneller und einfacher per Sprache betätigen.
Systemvorraussetzungen
Das Programm läuft unter Windows XP, Windows Server 2000 und 2003 und Windows Vista. Neben einem freien Festplattenspeicher von 2 GByte sind 512 MByte RAM beziehungsweise unter Vista 1 GByte RAM erforderlich. Ich selber nutze das System auf einem 2×2,2 GHz Rechner mit 4GB Ram unter Vista Die Reaktionszeit war subjektiv betrachten auf jedem Fall besser als in der Version 9. Teilweise war überhaupt keine Latenzzeit zu beobachten.
Versionen und Preise
Dragon NaturallySpeaking 10 Standard richtet sich an private PC-Anwender. Die Preferred-Variante ist für kleine Unternehmen und Klein- und Heimbüros gedacht und umfasst “Dragon Voice Shortcuts”. Die Wireless- und Mobile-Versionen von Dragon Naturally Speaking 10 unterscheiden sich dadurch, dass in der jeweiligen Box ein anderes Hardware-Gerät enthalten ist. Beides sind Preferred-Versionen von Dragon. In dem Wireless-Paket ist ein Plantronics Headset enthalten und in der Mobile-Version ein Diktiergerät von Philips. Dragon Naturally Speaking 10 Professional ist für Unternehmen, Behörden, Bildungs- und Forschungseinrichtungen gedacht. Das Produkt unterstützt den Netzwerkeinsatz im Unternehmen, inklusive der Abbildbarkeit von Sicherheitsrichtlinien.
